Um die Diemel an Pfingsten und bei gutem Wetter zu Paddeln braucht man eine Genehmigung (nicht nur an Pfingsten) und starke Nerven – alternativ zum Letzteren einen frühen Wecker. Denn ansonsten sind seeeehr viele Leihbote von den Kanutouristikern unterwegs. Wir haben uns für die Strecke Haueda bis Sielen entschieden, weil die Umtrage in Sielenwirklich nicht schön ist und abgesehen davon auch mal Genusspaddeln statt Strecke machen dran war.

Nachdem wir uns also ein paar Tage vorher die Genehmigung eingeholt hatten, ging es mit zwei Autos und viel Dachgepäckträgerplatz nach Sielen, um dort den 8-Sitzer stehen zu lassen.
Kurz darauf trafen wir uns mit zwei weiteren Autos mit jeweils einem Boot auf dem Dach und so konnte es kurz vor 10 Uhr beim Einsteig Haueda aufs Wasser gehen. Nur ein Auto auf dem Parkplatz (und ein Bagger genau vor dem Hang zum Einsteig 🤦♂️) verhießen einen ruhigen ersten Abschnitt.
Diese Ruhe blieb uns dank der frühen Abfahrt fast durchgehend erhalten. Bei unserer Fahrt fuhren wir an zwei einsteigenden großen Kanadier-Gruppen vorbei und beim einer Umtrage an einem Wehr bei Eberschütz waren es gerademal fünf Boote, die mit uns Pause machten. Ansonsten war die Diemel in ein frühsommerliches Kleid gehüllt, und die Sonne begleitete uns die ganze Fahrt.

Manche Aus- und Einstiege sind etwas Herausfordernder mit Kajaks zu bewältigen, weil sie eindeutlich für die höhren Kanadier gebaut wurden. Ein Ausstieg sollte dringend mal instand gesetzt werden, aber mit ein bisschen Hilfe von erfahrenen Paddler:innen ist das alles gut machbar. Nachdem ich vor zwei Jahren im Hochsommer das letzte Mal auf der Diemel war, kam mir der Bach deutlich spritziger vor als in meiner Erinnerung. Also Boote kamen ein DAG Tiwok, drei Dagger Stratos in unterschiedlichen Ausführungen und ein Exo Zion Slalom zum Einsatz. Unsere langen Carbon-Kajaks haben wir bewusst zu Hause gelassen, da es an manchen Stellen bei fehlender Aufmerksamkeit flach werden kann und manchmal durchaus Wendigkeit gefragt ist.
Eine nicht so schöne Begegnung gab es dann nach dem Umsetzen der Boote zurück nach Haueda. Zwei SUP-Fahrererinnen waren gerade beim Aufbauen. Sie kannten sich weder mit gängigen Sicherheitsvorkehrungen aus (auf Fließgewässern darf keine Leash am Fuß getragen werden – wir haben auf der Weser deswegen mal fast jemanden ertrinken sehen), noch hatten sie eine Genehmigung eingeholt, oder irgendeine Ahung, was für ein Bach sie erwartet. Nicht mal eine Schwimmweste hatten sie dabei. Auf unsere vorsichtigen Hinweise zogen sie ab, wie bockige Kleinkinder… “Wir brauchen das nicht.” – Wundervoll… ich wundere mich nicht, wenn die Befahrungsregeln weiter eingeschränkt werden, oder gar Befahrungen verboten werden, wenn offensichtlich sogar Informationen und eine kostenlose Genehmigung einholen für manche zu viel verlangt ist.
In diesem Sinne: Bitte informiert euch, beachtet die Regeln und habt viel Spaß beim Paddeln. Wir sehen uns auf dem Wasser!



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